Architektur bei Würth

Die architektonische und soziale Kultur, die sich in den Bauten der Würth-Gruppe widerspiegelt, geben nicht nur Zeugnis der rasanten Betriebsentwicklung des Konzerns. Sie sind auch exemplarische Beispiele der Industriearchitektur des jeweiligen Landes in ihrer Entstehungszeit. Die strikte Dezentralität des Gesamtkonzerns findet in den Bauten ihren Ausdruck, die jeweils landesweit offen in Architektur-Wettbewerben ausgeschrieben und umgesetzt wurden, was zu außerordentlichen Entwürfen mit ausgeprägter Individualität geführt hat. Einzig das verbindende Farbkonzept bettet die Bauten in den Würth Kontext ein. Die Johanniterhalle indes nimmt als herausragendes Kulturdenkmal eine Sonderstellung ein.

Kunsthalle Würth

Die Kunsthalle Würth wurde auf dem ehemaligen Areal der Haller Löwenbräu inmitten der Schwäbisch Haller Altstadt errichtet und im Jahre 2001 eröffnet. Als Architekt zeichnet Henning Larsen aus Kopenhagen verantwortlich. Dieser ging als Sieger aus dem 1997 einberufenen Realisierungswettbewerb mit über zehn internationalen Architekturbüros hervor.

Die Konzeption des dreigeschossigen Gebäudes ist durch die Anpassung an den Standort in der einzigartigen historischen Umgebung bedingt. Für Henning Larsen lag die Herausforderung in Schwäbisch Hall darin, ein Haus zu schaffen, das sich sowohl traute modern zu sein als auch sich an die Architektur und Skala der mittelalterlichen Stadt anzupassen und das trotzdem, im Zusammenspiel mit der markanten Brauerei und der Katharinenkirche, als Zeichen hervortrat. Die Lösung bestand in der optischen Zweiteilung des Museumsbaus im obersten Geschoss mit einem dazwischen liegenden öffentlichen Platz. Dieser Freiraum wird flankiert von den Kuben des Eingangsgebäudes mit Kunstshop und Cafeteria und dem Adolf-Würth-Saal, einem Mehrzwecksaal für Ausstellungen und Veranstaltungen.

Der massive Baukörper aus Stahlbeton ist mit Crailsheimer Muschelkalk aus der Region verkleidet, der, in neuer Bruchtechnik verarbeitet, interessante Effekte erzielt. Trotz seiner modernen Gestaltung fügt sich der zweigeteilte Kubus harmonisch in die Umgebung ein. Eine markante Fassade aus Stahl und Glas akzentuiert das Bauwerk und bildet einen wirkungsvollen Kontrast. Zudem lässt sie den Blick frei auf die mittelalterliche Stadt.

Für die Gestaltung im Innern setzte neben einer vorgeschriebenen maximalen Bauhöhe auch die Decke einer bereits bestehenden Tiefgarage, auf der die Kunsthalle errichtet wurde, die Grenzen. Im Kontrast zur luftigen Erscheinung des Obergeschosses mit dem malerischen Ausblick wenden sich die beiden darunterliegenden Ausstellungsebenen nach innen und präsentieren sich als eine Folge von Verbindungen, Übergängen und Durchblicken. Kleinere und größere Räume sind für unterschiedliche Ausstellungskonzeptionen geeignet. Die Ausstellungsfläche umfasste ursprünglich ca. 2000 Quadratmeter. Nach der Renovierung des Sudhauses und der Verbindung der beiden Gebäude kamen nochmals ca 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche hinzu.